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07.04.2022 Surprise, surprise

Heute steht endlich mein Überraschungsprogramm für die Mädels auf dem Plan! Erstmal ein grosses Dankeschön an meine Tante Jeannette, die uns diesen unglaublichen Tag mit CHF 100.– überhaupt ermöglicht hat.


Wir haben die Mädels am Dienstag informiert, dass wir heute einen Ausflug ausserhalb von Hermanus unternehmen. Was wir genau tun, erfahren sie aber erst, wenn wir da sind. Und nun verrate ich euch unser Programm: wir verbringen Zeit am Pinguin-Strand in Betty’s Bay. Die Ortschaft liegt ca. 45 Minuten entfernt, weshalb wir einen Minibus inkl. Fahrer mieten.


Da es sich beim Besuch der Pinguine natürlich um eine Touristenattraktion handelt, bezahlt man dafür und es gibt Öffnungszeiten. Der Strand ist bis 16:30 Uhr geöffnet. Die Kids sollen deshalb bitte direkt nach der Schule mit ihren Schuluniformen ins Seeds4Kids kommen und sich vor Ort umziehen, damit uns genügend Zeit bleibt. Und bitte warme Kleidung, denn abends wird es schnell kühl. Die meisten treffen tatsächlich pünktlich ein und halten sich an alles, was wir abgemacht haben. Wie schön, denken sie an alles und verdeutlichen damit, dass sie uns vertrauen und sich freuen – selbst wenn sie nicht mal wissen, was sie erwartet.


Planung

14:30 Uhr: Eintreffen des Minibus-Fahrers im Seeds4Kids

14:45 Uhr: Treffpunkt mit den Mädels und Abfahrt

15:30 Uhr: Eintreffen in Betty’s Bay

16:30 Uhr: Rückkehr nach Hermanus


Realität

Erstmal kommt der Busfahrer 15 Minuten zu spät. Gott bin ich froh ist Mama bereits vertraut mit den südafrikanischen Zeiten. Sie hat bei der Transport-Organisation genau aus diesem Grund eine Viertelstunde Spatzung einkalkuliert.


Wie bereits erwähnt, sind nur die meisten Kids pünktlich und einige müssen nur noch ganz kurz schnell weg und sind gleich wieder da. Bis wir also alle im Bus sitzen, verlieren wir knapp 20 Minuten in der Zeitplanung. Nun gut, nur halb so schlimm. Diejenigen, die noch etwas später eintreffen, fahren separat mit dem Mietauto von Mama mit. Sogar das Wetter spielt mit! Gottseidank, denn die letzten Tage waren echt kalt, nass, windig und einfach «grusig». Die Mädels haben sichtlich Spass im Bus, singen und wir geniessen die gemeinsame Zeit.



Wir erreichen die Ortschaft Betty’s Bay und stellen fest, dass der Busfahrer auch nicht genau weiss, wo der Strand ist. Danke Mama, dass du mithilfe von Google Maps spontan die restliche Route vorfährst. Wir kommen um 15:50 Uhr an, das heisst, wir haben noch 40 Minuten Zeit, bis der Strand schliesst. Unter leichtem Zeitdruck erreichen wir – also 15 Kids, Mama und ich – den Eingangsbereich. Auf dem Weg sehen wir bereits die ersten Pinguine und alle freuen sich!


Wir wollen kurz die Eintrittskarten besorgen, werden aber an der Kasse abgewiesen: «wir schliessen um 16:00 Uhr». Wie bitte, was... online steht klar, geöffnet bis 16:30 Uhr, spätester Einlass um 16:00 Uhr!! Der Puls wird schnell, Nervosität breitet sich aus. Das darf doch nicht wahr sein. Der wirklich unglaublich freundliche Herr (ich hoffe, die Ironie ist spürbar!) interessiert sich ganz und gar nicht für unsere Situation. Schliesslich sitzt er schon seit früh morgens da und will jetzt Feierabend. Jegliche Versuche bleiben erfolglos. Er lässt uns nicht mal für die letzten 5 Minuten kurz rein. Enttäuscht, ratlos und «verruckt» mit der Welt – so fühle ich mich! Und wie enttäuscht werden nun wohl die Mädels sein? Was tun wir jetzt? Mit 1000 Gedanken im Kopf wende ich mich den Kids zu, die natürlich bereits mitbekommen haben, dass was nicht stimmt. Ich versuche die Situation zu erklären und entschuldige mich. Völlig überraschend nehmen es alle gelassen und geben mir das Gefühl, dass alles gut ist; also versuche ich mich wieder zu entspannen. Dann konzentrieren wir uns auf die wenigen Pinguine ausserhalb. «Zählen wir, wie viele es sind!» und alle sind beschäftigt – und dabei absolut glücklich! Es haut mich aus den Socken, wie schnell sich die Mädels, ohne einmal zu motzen, nörgeln oder trötzeln mitreissen lassen. Wir lachen, zeigen einander, wo noch welche zu sehen sind, machen Fotos und haben eine wunderbare Zeit.


Und unglaublich dankbar, dass wir trotz allem noch so viele sehen konnten!


Nach ca. 15-20 Minuten wollen sie uns selbst aus dem Aussenbereich rausschmeissen. Normalerweise würde ich mich jetzt aufregen und sie – sorry für die Ausdrucksweise – verfluchen. Aber nein, die Kids tragen mich wie auf Wolken. Ich bestehe freundlich auf die letzten 10 Minuten bis Punkt 16:30 Uhr und schenke meine volle Aufmerksamkeit wieder den strahlenden, leuchtenden Kinderaugen.



In der Hälfte der Rückreise im Bus enthüllen wir noch einen weiteren Plan: wir holen was bei McDonalds und essen am Strand. Die Kinder sind total happy. In meinen Kopf schwirren schon wieder viel zu viele Gedanken. Welches Kind wird nun wohl welchen Burger bestellen und wie kann ich mir merken, welches Kind was bestellt, denn sorry, auch all die afrikanischen Namen sind echt schwer zu merken. Auch hier sind die vielen Gedanken und Bedenken einmal mehr Fehl am Platz. Hamburger, Cheeseburger oder Chicken Nuggets – und alle sind glücklich. Wir machen gemeinsam eine «Strichli-Liste». Und selbst die wäre nicht nötig gewesen. 14 Cheeseburger, 2 Hamburger und 1 Chicken Nuggets hätte ich mir auch so merken können. Trotzdem schreibe ich mir auf, welche der drei Kinder keinen Cheeseburger bestellt haben. Die Kinder lachen mich aus, denn ich schreibe die Namen falsch. Sie helfen mir und wir schreiben zusätzlich alle Namen der Gruppe auf, wobei sie es echt lustig finden, wenn ich Fehler mache. Wir kuscheln, umarmen uns, singen, machen lustige Fotos, zeichnen und sind einfach zusammen.


Am Strand geniessen wir das Essen, noch etwas Wärme und den wunderschönen Sonnenuntergang. Bilder sagen mehr als Worte... es war echt wunderschön!




Einige der Mädels essen ihre Burger noch nicht. Von einem der Mädchen habe ich dann mitbekommen, dass sie die Hälfte ihres kleinen Burgers zurückhält für ihren 3-jährigen Bruder Zuhause. Unglaublich, oder nicht?


Nach dem Essen fragen mich ein paar der Kids, ob ich mit ihnen wieder das «Trust-Spiel» spiele. Ich wusste erst nicht, was sie meinen. Es geht um das Spiel vom Dienstag, bei welchem sie sich im Kreis fallen lassen konnten – das hat mich einmal mehr extrem berührt. Leider wartet der Busfahrer, es wird kalt und wir müssen die Kinder wieder Nachhause bringen. Aber ich verspreche es ihnen auf morgen. Beim Verabschieden frage ich alle einzeln, ob sie morgen auch in der Bibly Study sein werden. Es ist mein letzter Tag mit den Kids und ich will sie unbedingt nochmal umarmen. Und ja, sie werden alle da sein. Und sie werden mich sooooo vermissen, wie sie sagen. Und wann ich denn wohl wieder komme... oh glaubt mir, ihr werdet mir auch fehlen! Und wir sehen uns wieder!

94 Ansichten2 Kommentare

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2 ความคิดเห็น


ingrid
ingrid
09 เม.ย. 2565

So toll wie ihr das alles macht, chapeau!

ถูกใจ

Schlechter Tag? Einfach die Geschichten von Rita und «ihren» Mädels lesen und die Sonne scheint wieder. Danke für die Einblicke in deinen Lebensabschnitt Thomas

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